Sie befinden sich hier: CRC Mindreader Geschichte
Die Geschichte des CRC Mindreader 1990 - 2005

Vorwort


Diese Seite gibt einen groben Überblick über das 'Control and Reporting Center' (CRC) mit dem Rufzeichen "Mindreader", welches von den Soldaten und zivilen Mitarbeitern bis zum letzten Tag am 30.09.2005 mit Engagement und einem außergewöhnlich guten Betriebsklima betrieben worden ist.

Die Anfänge

Die Geschichte des CRC Mindreader ist direkt mit der Geschichte der Radarführungsabteilung 16 verbunden, deren Einsatzkompanie 161 (RadarFüKp 161) und Technische Kompanie 162 (TKp 161) für den Betrieb des Control und Reporting Centers zuständig waren. Die Radarführungsabteilung 16 ging aus der Radarführungsabteilung 33 hervor, die wiederum aus dem am 01. Dezember 1970 aufgestellten Funktechnischen Battailon ( FuTB) 23 der NVA hervor. Mausberührung startet Video : Video
   
Zum FuTB-23 gehörten damals
- der Stab und Gefechtsstand des FuTB 23 in Pragsdorf bei Neubrandenburg
- die Funktechnische Kompanie ( FuTK ) 231 in Pragsdorf
- die FuTK 232 in Rohlsdorf bei Pritzwalk
- die FuTK 233 in Banzin bei Hagenow
- die FuTK 234 in Elmenhorst bei Wismar
- die FuTK 235 in Altensalzwedel.

Das Battailon war der 3. Luftverteidigungsdivision (LVD) unterstellt, deren Stab in Neubrandenburg stationiert war.

1972 wurde das FuTB 23 in das Diensthabende System (DHS) des Warschauer Vertrags übernommen.

Rundsuchstation P-37

   

Zum Zeitpunkt der Übernahme durch die Bundeswehr gehörten zum FuTB 23
- die FuTK 231 Pragsdorf,
- die FuTK 232 Rohlsdorf,
- die FuTK 233 Elmenhorst sowie
- rückwärtige Einrichtungen ( Lager, Kfz-Werkstatt) in Neubrandenburg.
Für den Einsatz waren zusätzlich unterstellt
- die FuTK 331 Pudagla und
- die FuTK 333 Putgarten.

Höhenfinder PRW-13

Eingesetzt waren Funkmeßstationen sowjetischer Bauart der Typen
Rundsuchstation P37,
Höhenfinder der Typen PRW-13, 16 und 17 sowie
das 3D-Radar ST-68U.

3D-Radar ST-68U


1990
Am 03. Oktober 1990 um 0:00 Uhr, dem Datum der Einheit Deutschlands, übernahm der Bundesminister der Verteidigung die Befehls- und Kommandogewalt über die Nationale Volksarmee. Die entscheidende Rechtsgrundlage dafür war der am 31.08.1990 in Berlin unterzeichnete Einigungsvertrag (2+4 Vertrag). Die unterstellten Verbände und Truppenteile, so auch das Funktechnische Bataillon 23 der bisherigen NVA wurden in einer Übergangsphase von dem zum gleichen Zeitpunkt aufgestellten Bundeswehrkommando Ost ( Befehlshaber Generalleutnant Schönbohm ) geführt. Die erste Wache wurde bereits am 02.10.1990 in den neuen Uniformen der Bundeswehr vergattert. Gleichzeitig traten neue Vorschriften , Bestimmungen und Gesetze in Kraft. Am 4. Oktober wurde das FuTB 23 mit einem feierlichen Appell dem Kdo 5.LwDiv unterstellt  und Oberstleutnant Landrock übernahm als Kommandeur die Befehlsgewalt von seinem Vorgänger Oberstleutnant Jordan.

Die Aufnahme zeigt den Übergabe-Appell am 04.10.90

Der Gefechtsstand des FuTB 23 in Pragsdorf ging am 05.10.90 als NCRC (National Control and Reporting Center ) in den 24 Stunden Dauereinsatz über.

Am 19.11.90 wurde erstmals die NQRA (National Quick Reaction Alert = Alamrotte) durch das CRC Pragsdorf geführt. Das eingesetzte Lizenzpersonal stammte zu dieser Zeit vorwiegend aus den alten Bundesländern, da die ehemaligen NVA-Steuerleute und Luftlageoffiziere sich noch in der Umschulung befanden. Die Radarstellungen Brockzetel, Brekendorf und Erndtebrück stellten anfangs einen erheblichen Anteil an ausgebildeten Personal auf Kommandierungsbasis zur Verfügung, bis durch die anlaufende Umschulung des Stammpersonals auf den erforderlichen NATO-Standart vermehrt eigenes Personal zum Einsatz gelangte. Viele werden sich noch an den Pendlerverkehr auch zu den abgesetzen Radarstellungen erinnern, zumal die Verkehrsinfrastruktur sich ebenfalls noch entwickeln mußte. Erstmalig wurde im Funksprechverkehr das zukünftige Rufzeichen "Mindreader" genutzt. Das von der NVA übernommene technische Personal sorgte weiterhin erfolgreich für den reibungslosen Betrieb der vorhandenen Radargeräte.
Das Bild rechts zeigt eine grafische Darstellung der ersten Führung der NQRA.


1991
Im Februar 1991 wurde die alte Gefechststandselektronik mit STRELA-Konsolen (Bild rechts) durch das von der NVA entwickelte ARKONA-System ersetzt. Das CRC Pragsdorf führte bald die ersten regelmäßigen ID-Runs (Identtifizierungs-Abfangansätze) mit der NQRA durch. Der Luftraum über den Fünf Neuen Ländern war zu dieser Zeit noch immer für NATO-Luftfahrzeuge tabu. Nur deutsche militärische Luftfahrzeuge durften den Luftraum befliegen. Die ehemalige innerdeutsche Grenze war somit trotz der Wiedervereinigung eine bestehende Abgrenzung zum übrigen NATO-Luftraum.
 
Am 20.09.1991 nahm der Kommandeur des FuTB 23, OTL Landrock, in Fürstenwalde vom Kommandeur der 5. LwDiv, GM Mende, die Truppenfahne der RadarFüAbt 33 in Empfang. Am 01.10.1991 schließlich trat der Übergangs-STAN (Stärke- und Ausrüstungsnachweis) in Kraft und aus dem FuTB 23 wurde die Radarführungsabteilung 33.

 

In diesem Jahr wurde das Verbandsabzeichen der RadarFüAbt 16 durch den Kommandierenden General Luftflotte offiziell genehmigt.
Das Wappen bringt zum einen durch den Mecklenburger Stier und die Landesfarben die Verbundenheit mit Mecklenburg-Vorpommern zum Ausdruck. Andererseits stellt es durch das stilisierte Radargerät und dessen angedeutete Verbindung zu den symbolisierten Abfangjäger den erteilten Einsatzauftrag dar.

1992
Am 26.03.92 wurde das renovierte Stabsgebäude in Cölpin der Truppe zur Nutzung übergeben. Bis zur Verlegung des Stabes in den Fliegerhorst Trollenhagen im Jahre 2003 war das Gebäude Sitz der Kommandeure. Das CRC befand sich noch immer in der alten Radarstellung bei Pragsdorf.
 
Im Dezember machten sich die ersten Zeichen einer beginnenden Umstrukturierung bemerkbar. So wurde zum 15.12. die RadarFüKp 333 in Pudagla außerdienst gestellt. Nach der Auflösung der RadarFüAbt 31 schließlich wurde die RadarFüKp 311 in Elmenhorst am 18.12.92 der RadarFüAbt 33 unterstellt. An dieser Unterstellung änderte sich bis zur Auflösung der RadarFüAbt 16 nichts mehr. Das Foto enstand anläßlich der offiziellen Übergabe.

1993
Anläßlich des Neujahrsempfangs des Kommandeurs der Radarführungsabteilung 33 in der OHG/UHG Trollenhagen teilte der Kommandeur mit, dass für den Bereich der Abteilung die Entscheidungen über die weitere Übernahme der ehemaligen NVA - Soldaten gefallen waren. Etwa 60 % der Offiziere und 88 % der Unteroffiziere die einen Antrag gestellt hatten, erhielten einen positiven Bescheid. Des weiteren gab er einen Ausblick auf die in diesem Jahr heranstehenden Aufgaben. Am 15.03.93 erfolgte der erste Spatenstich für den Turm des Radars RRP-117 in Cölpin.
 
Im Juli war der Turm schon bis zur Höhe des Antennendecks gewachsen, un so konnte bereits am 22.09.93 Richtfest gefeiert werden.
Am 11.11.93 wurde der Radarturm-Neubau in Elmenhorst ebenfalls mit einem Richtfest eingeweiht.

1994

Am 07.07.1994 wurde im Rahmen eines feierlichen Appells im Fliegerhorst Trollenhagen die RadarFüAbt 33 vom RadarFüKdo 3 an das RadarFüRgt 1 übergeben.
Mit Wirkung vom 01.10.94 wurde schließlich die RadarFüAbt 33 in die RadarFüAbt 16 umgegliedert. Aus der RadarFüKp 331 gingen dann die RadarFüKp 161 und die TKp 162 hervor. Diese Bezeichnungen blieben bis zur Auflösung des Verbandes erhalten.
Nach Abschaltung der Rechenzentrale Fürstenwalde am 14.11.94 übernahm die Rechenzentrale Cölpin vollständig die Aufgaben des rechnergestützten Informationssystems K04. Das K04 war das zentrale Informationssystem der Luftstreitkäfte der NVA.
 
Die RadarFüAbt 16 unterzog sich am 30.11.94 einer ersten Verbandsübung. Das Ziel war es, den Verband baldmöglichst einer Einsatzüberprüfung zu unterziehen und letztendlich in die bestehende NATO-Luftverteidigungs-Struktur einzugliedern.


1995
Ab 01.01.95 wurde die RadarFüAbt 16 als NATO COMMAND FORCE assigniert. Die erste NATO-QRA wurde daraufhin am 03.01.95 durch das CRC Pragsdorf geführt. Das CRC Pragsdorf war somit 'den Kinderschuhen entwachsen' und stellte sich dem anspruchsvollen Dienstbetrieb im NATO-LV-Verbund.
 

Am 04.01.95 erhielt der Radarturm in Cölpin seine Kuppel.
Nach einem vorherigen Abnahmetest wurde am 10.02.95 eine leistungsgesteigerte Hard- und Softwareversion von ARKONA in Betrieb genommen.
21.03.95: erster A-scramble durch das CRC Pragsdorf mit der QRA aus Laage.
Vom 15.-17.05.95 führte das RadarFüRgt 1 ein IOC (Initial Operational Capability) mit der RadarFüAbt 16 durch. Diese Überprüfung diente einer Bestandsaufnahme und zeigte, dass die Abteilung den Friedensauftrag  im NATO - Rahmen erfüllen kann.
Ende August 1995 schließlich wurde in Elmenhorst der Radarturm übergeben, in Putgarten feierte man Richtfest für das Technik-Dienstgebäude und den Radarturm.
 
Der 29.09.95 ist das Datum der Außerbetriebnahme der Rechenzentrale Cölpin und damit auch des Informationssystems K04.

Auf nebenstehendem Bild ist die letzte Konfiguration von K04 zu sehen.

Im Oktober/November 1995 erfolgte die Montage des RRP-117 in Cölpin durch die Herstellerfirma.
Am 10.10.95 führte das CRC erstmals ein scharfes Luftzielschießen über der Ostsee.
 

Am 13.11.95 begann der Abriß nicht mehr benötigter Gebäude in Pragsdorf und Cölpin. Darunter der nicht mehr benötigte Unterkunftsblock U-500.
Im November/Dezember erfolgte die Einrüstung des Radars RRP-117 in Elmenhorst.

1996
Im April 1996 begannen die Bauarbeiten für das neue CRC-Gebäude in Cölpin. An der gleichen Stelle hatte vorher die Flugscherung der DDR ihre Dienstelle in einem ähnlichen Gebäude untergebracht.

 

Die Woche vom 09.-12.09.96 stand ganz im Zeichen der ersten deutsch-polnischen LV-Übung "Amber Express".
Soldaten beider Seiten übten nach Regeln der Vereinten Nationen (UN) ein Flugverbot in einer fiktiven Flugverbotszone durchzusetzen.
Im gemeinsamen Gefechtsstand arbeitete unter Leitung des Kommandeur 4.LwDiv Generalmajor Westhoff und des Brigadegeneral Konieczny eine gemischte Besatzung aus polnischen und deutschen Soldaten. Die Luftlagebilder zweier polnischer und eines deutschen CRC wurden zusammengeführt und dienten als Grundlage für den Einsatz der beteiligten Kräfte.

 

Richtfest des neuen CRC in Cölpin am 22.10.96.


1997
Nach ca. 35 Jahren Arbeit mit russischer Radartechnik wurden am 06.01.97 gegen 16 Uhr die Geräte P 37 und PRW 13 in Pragsdorf abgeschaltet. Für eine Übergangszeit wurden diese Geräte noch einsatzbereit in Reserve gehalten , bevor sie später verschrottet wurden.
Gleichzeitig begann damit eine neue Ära , das CRC konnte nun mit den Daten des RRP 117 in Cölpin arbeiten, das am gleichen Tag in den Dauerbetrieb gegangen war.

 

Am 18.03.97 besuchte Bundespräsident Roman Herzog die Abteilung und informierte sich im CRC Pragsdorf über die Arbeitsabläufe beim simulierten Abfangen eines Luftzieles.

Der 05.06.97 brachte den ersten Kommandeurswechsel der RadarFüAbt 16. Der Kommandeur des RadarFüRgt 1 übergab die Befehlsgewalt an OTL Martin Baum und dankte OTL Landrock für seine fast 7-jährige Kommandeurszeit.

 

Am 25.09.97 unterzeichneten die Kommandeure der RadarFüAbt 16, der dänischen Eskadrille 500 in Vedbaek und des polnischen 28. Radarbataillion in Gryfice im Beisein von  Generalleutnant Höche, damaliger Befehlshaber des Luftwaffenführungskommandos einen Patenschaftsvertrag. Diese Patenschaft bescherte allen beteilgten Verbänden einen fruchtbaren Gedankenaustausch und war in dieser Form erstmalig so durchgeführt worden.
 

1998
Am 17.04.98 stellte das CRC in Pragsdorf seine Arbeit ein. Es begann der Umzug nach Cölpin.
Am 07.05.98 wurde mit einer großen Party Abschied vom CRC-Standort Pragsdorf genommen.
 
Die letzte P-37 des Radarführungsdienstes wurde am 15.05.98 in Putgarten abgeschaltet. Gleichzeitig erfolgte die Inbetriebnahme des dortigen RRP-117.
12.06.98 09:00 Uhr: Das CRC Cölpin nahm seine Arbeit im neuen Gebäude auf. Es war mit neuester Informations- und Kommunikationstechnik ausgestattet und musste bereits ab 15.06.98 seine Funktionsfähigkeit im Rahmen der NATO-Übung "Central Enterprise" beweisen.
 

Vom 21. bis 24.09.98 nahm die RadarFüAbt 16 an der Übung "Amber Express 98" teil. In Fortführung der gleichnamigen Übung von 1996 nahmen neben deutschen und polnischen Verbänden nun auch dänische Kräfte teil.
 

1999
Ab Januar 1999 unterstützte die RadarFüAbt 16 das ASOC Warschau durch mehrfache Abstellung von RadarleitStabsOffizieren bei der Vorbereitung auf den NATO-Beitritt Polens.
Das gesamte Jahr war von intensiven Vorbereitungen auf das für 2000 geplante erste TACEVAL gekennzeichnet.
 
Vom 06. bis 10.12. 99 weilten erstmals Offiziere eines NATO-Partners zum Cross-Training bei der RadarFüAbt 16. Zwei griechische Radarleitoffiziere nutzten die Gelegenheit, um sich über die Abteilung sowie Land und Leute zu informieren.

2000

Durch den Kommandeur des RadarFüRgt 1 wurde OTL Wöstenfeld  am 21.03.2000 zum neuen Kommandeur der RadarFüAbt 16 ernannt und OTL Baum verabschiedet.
 
Vom 03. bis 06.04.2000 nahm eine Delegation der Abteilung an der Konferenz "Weimarer Dreieck" unter französischer und polnischer Beteiligung in Drachenbronn (Frankreich) teil.
 

23. bis 27.10.2000 :Nach Jahren der Umgliederung und Modernisierung hatte die Abteilung als erster Verband der Luftwaffe, der aus einer ehemaligen NVA-Einheit hervorging, bei einem TACEVAL seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.
Examen bestanden!
verkündete Lieutenant Colonel Reimann, US AirForce und Leiter des Überprüfungsteams. Er  zeigte sich beeindruckt von den Fähigkeiten des Verbandes und schätzte ein, dass ein Unterschied zwischen den Soldaten aus Ost und West nicht erkennbar sei. Er wertete insbesondere das offene, vorbehaltlose Herangehen an die Aufgaben als äußerst positiv.

2001
30.01.01 Mit dem Tagesbefehl des Inspekteurs Luftwaffe wurde deutlich, dass geplant war, die RadarFüAbt 16 aufzulösen. Der Cölpin als Standort sollte allerdings erhalten bleiben.
Die erste Soldatin FlgUA Sandra Voß trat am 22.02.01 ihren Dienst bei der Abteilung an.
Vom 23. bis 26.04.01 war die RadarFüAbt 16 Gastgeber für die jährliche Tagung des "Weimarer Dreieck", an dem wieder Vertreter der französischen und polnischen Luftstreitkräfte teilnahmen.

Am 18.10.01 wird OTL Höfler das Kommando über die RadarFüAbt 16 übertragen und OTL Wöstenfeld  verabschiedet.

2002
10. bis 21.06.02: Die Übung "Clean Hunter 2002" stellte auch für das CRC Cölpin eine große Herausforderung dar. Als größte Live - Luftverteidigungsübung in diesem Jahr gab es unter anderem Flugzeuge aus Polen, Dänemark, USA und Deutschland zu führen. Polnische und belgische Jägerleitoffiziere unterstützten dabei ihre Piloten auch aus dem CRC Cölpin heraus.
Zum Tag der Bundeswehr am 29.06.02 auf dem Fliegerhorst Trollenhagen nahm auch die Radarführungssbteilung teil und demonstrierte vor vielen interessierten Besuchern die Erstellung einer Live-Luftlage.
 

Die RadarFüAbt 16 beteiligte sich im August 2002 aktiv durch Personalabstellungen und schwerpunktmäßige Überwachung des Luftraumes im Katastrophengebiet am Hochwassereinsatz an der Elbe.
 

Die Übung JPOW VII (Joint Project Optic Windmill - eine Übung zur Erfassung und Bekämpfung von ballistischen Raketen) fand vom 02. bis 20.09.02 in DePeel/Niederlande unter aktiver Beteiligung der Radarführungsabteilung statt. Durch die Abteilung wurde ein CRC - Element betrieben, das über Link 16 in die Übungsstruktur eingebunden war und deutsche, niederländische und amerikanische FlaRak - Kräfte führte. Zur Sicherstellung der Übung hatten unter Führung des Kommandeurs etwa 45 Soldaten der Abteilung nach DePeel verlegt und in einem Hangar des ehemaligen Fliegerhorstes die ARKONA - Arbeitsplätze entfaltet.


2003
Am 29.01.03 erprobten Vertreter der Deutsche Flugsicherung (DFS) die Möglichkeit, aus dem  CRC Cölpin heraus die Aufgaben der DFS wahrzunehmen für den Fall eines Totalausfalls zum Beispiel der Regionalstelle in Berlin .
Im April 2003 zog der Stab der RadarFüAbt 16 von Cölpin in den Fliegerhorst Trollenhagen um. Der Einsatzstabsoffizier blieb somit als alleiniger 'Hausherr' zurück und übernahm das ehemalige Stabsgebäude. Die freiwerdenden Büros im CRC-Gebäude wurden gerne vom Einsatzpersonal 'in Beschlag genommen'.
OTL Perschke übernahm am 02.07.03 als letzter Kommandeur aus den Händen des Regimentskommandeurs die Truppenfahne und damit das Kommando über die RadarFüAbt 16. OTL Höfler wurde in eine neue Funktion versetzt.
 

Im Zeitraum vom 08.09. bis 14.11.03 stellte die RadarFüAbt 16 erstmals ein Deployable CRC-Element (DCRC-Element, "verlegefähig") während des taktischen Schießens der Flugabwehrraketenverbände der Luftwaffe auf Kreta .
Das DCRC hatte den Auftrag, für die schießenden FlaRak-Verbände ein Luftlagebild zu erstellen und damit die FlaRak-Kräfte bei der Erfüllung ihres Auftrags zu unterstützen. Während des Schießens arbeitete das DCRC gemeinsam mit Personal der CRCs Brockzetel, Meßstetten und Erndtebrück.

2004
Das erste Halbjahr war geprägt durch die Vorbereitung der Radarführungsabteilung 16 auf das OPEVAL Ende Juni des Jahres. (weitere Bilder)

Als erste Etappe wurde das ORE (Operational Readyness Evaluation), die nationale Überprüfung durch das RadarFüRgt 1, vom 26. bis 28. April erfolgreich absolviert.

Am 17.06. wurde schließlich das OPEVAL erfolgreich abgeschlossen.




Mit Wirkung vom 01.Oktober 2004 wurde die RadarFüAbt 16  dem
 Kdo. 3.LwDiv unterstellt. Der Unterstellungswechsel wurde am 28.09.04
mit einem militärischen Zeremoniell  durch die Kommandeure der 4.LwDiv
GM Viereck und 3.LwDiv GM Kreuzinger-Janik unter Anwesenheit
zahlreicher Gäste vorgenommen.


17.10. - 11.12. : Wie bereits im vergangenen Jahr, stellte auch diesmal die Radarführungsabteilung 16 ein verlegefähiges CRC-Element zur Unterstützung des taktischen Schießens der Flugabwehrraketengeschwader der Luftwaffe auf Kreta.
Das intr@netBw widmete dem Verband diesen Beitrag.



2005 ( das letzte Jahr ...)


Im Sommer 2005 unterstützte die Radarführungsabteilung die baltischen Republiken durch Personalabstellungen zum trinationalen, gemeinsamen Gefechststand in Kaunas / Litauen.
Vom 27.06. - 08.07. nahm die Radarführungsabteilung 16 wiederum erfolgreich an der Übung "Clean Hunter" teil. Zusätzlich wurde durch das erwiesenermaßen erfahrene Einsatzpersonal das taktische Schießen (TAC-Firing) auf Kreta durch Personalabstellung unterstützt, welches diesmal offiziel unter der Federführung des Nachbarverbandes Einsatzführungsbereich 3 stattfand.
Am 28. und 29. September nahm das CRC Cölpin letztmalig an einer Großübung teil, die synthetische Luftverteidigungsübung "Bold Axis" verlangte nochmals die volle Aufmerksamkeit des Verbandes.

Am 30.09. um 10:03 Uhr war es schließlich soweit: Nachdem letztmalig die QRA aus Wittmund, zwei "Kites" (Learjets) sowie zwei Pilatus PC-9 durch die Jägerleitoffiziere im Luftraum über Mecklenburg-Vorpommern geführt worden waren, entband der diensthabende Stabsoffizier des CAOC 2 in Kalkar das CRC Cölpin vom Einsatzauftrag seitens der NATO. Der Kommandeur OTL Perschke setzte daraufhin mit einem Mausklick in Anwesenheit eines NDR-Fernsehteams die Shutdown-Sequenz der ARKONA-Arbeitsplätze in Gang. Damit ging die 15-Jährige, äußerst erfolgreiche Geschichte der Radarführungsabteilung 16 und des CRC Mindreader zu Ende. Der verbleibende Rest der Radarführungsabteilung 16 wird zum 31. März 2006 aufgelöst sein und in einen Abgesetzten Technischen Zug umgegliedert. Dieser AbgTZg und die bisherigen AbgTZge 163 und 164 werden dem Einsatzführungsbereich 3 unterstellt.
Hier der Filmbeitrag des NDR (6 MB): Filmbeitrag




1990 - 2005